Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache
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Der Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache (ADAWIS) ist ein Zusammenschluß von Wissenschaftlern, besonders aus den Naturwissenschaften. Der Arbeitskreis tritt für die Pflege und die Weiterentwicklung der deutschen Wissenschaftssprache ein, weil er sich um die Vielfalt der Denk- und Forschungsansätze sorgt. Den Vorstand bilden die Professoren Ralph Mocikat (Erster Vorsitzender), Hermann Dieter (Stellvertreter) und Kurt Reinschke (Stellvertreter).
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Gründung
Im Jahre 2005 formulierten und veröffentlichten Wolfgang Haße, Hermann Dieter und Ralph Mocikat die „Sieben Thesen zur deutschen Sprache in der Wissenschaft". Dieses Thesenpapier fand breites Echo in den Medien und wurde bislang von über 200 Persönlichkeiten mitunterzeichnet. Auf der Grundlage dieser Thesen schlossen sich 2007 einige Unterzeichner und weitere Sympathisanten zum ADAWIS zusammen.
[bearbeiten] Ziele
ADAWIS erkennt die englische Sprache als internationales Verständigungsmedium in vielen Disziplinen an, hält aber die Existenz und den Gebrauch auch anderer Sprachen in den Wissenschaften für unerläßlich. ADAWIS setzt sich deshalb im Sinne sprachlicher und kultureller Vielfalt für die Erhaltung der Wissenschaftstauglichkeit der deutschen Landessprache sowie anderer Sprachen ein, wie zum Beispiel der französischen, italienischen oder russischen Sprache.
ADAWIS konzentriert sich vor allem auf die Naturwissenschaften, die Medizin und die Informatik, da die Anglisierung hier besonders weit fortgeschritten sei, schließt aber auch die Geisteswissenschaften ein. Der Arbeitskreis strebt die Zusammenarbeit mit Sprachgesellschaften und Wissenschaftsorganisationen an.
[bearbeiten] Forderungen
Für den deutschsprachigen Raum fordert ADAWIS,[1]
- daß auf nationalen wissenschaftlichen Veranstaltungen deutschsprachige Teilnehmer ihre Vorträge auf Deutsch halten und ausländischen Teilnehmern selbstverständlich die Verwendung der englischen Sprache gestattet wird,
- daß ausländische Gastwissenschaftler und Studenten motiviert werden, die deutsche Sprache zu erlernen, wie dies bis vor einigen Jahren üblich war, es sei denn, ihr Aufenthalt dauert nur wenige Wochen,
- daß die universitäre Lehre in der Landessprache erfolgt, es sei denn, ein Spezialgebiet wird von einem Ausländer gelehrt,
- daß das englischsprachige Vorlesungsangebot darauf überprüft wird, wieweit es die Bereitschaft ausländischer Studenten zum Studium in Deutschland überhaupt erhöht,
- daß Lehrbücher für alle Studiengänge und –abschnitte in deutscher Sprache zur Verfügung stehen,
- daß Forschungsförderungsanträge, Ergebnisberichte, Abschlußarbeiten usw. in deutscher Sprache verfaßt werden,
- daß neu gefundene Sachverhalte mit muttersprachlichen Bezeichnungen belegt werden, etablierte deutschsprachige Termini nicht gegen englische ausgetauscht werden und die Fachgesellschaften sich mit Fragen der deutschen Terminologie befassen und zur Nutzung der gefundenen Temini auffordern,
- daß wissenschaftliche Leistung nicht nur anhand der Publikationstätigkeit in ausgewählten, englischsprachigen Zeitschriften gemessen wird, sondern auch anhand von Monographien, deutschsprachigen Original- und Übersichtsartikeln (mit zweisprachiger, d.h. auch englischer Zusammenfassung) sowie von Öffentlichkeitsarbeit,
- daß zu diesem Zweck eine europäische Zitatdatenbank geschaffen wird,
- daß angesichts der massiven muttersprachlichen Defizite der heutigen Schüler und Studenten auch im natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht in den Schulen stets die deutsche Sprache gepflegt wird,
- daß die Kenntnis auch anderer Fremdsprachen als des Englischen für die Zwecke der Wissenschaft gefördert wird.
