Haus der deutschen Sprache
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Das Haus der deutschen Sprache ist der Gedanke, in einer Stadt einen festen Ort der Sprachpflege einzurichten. Vor einigen Jahren kam der Wunsch nach einem „Haus der deutschen Sprache“ auf. Er soll ursprünglich von dem angesehenen Sprachwissenschaftler Harald Weinrich stammen.[1] Verschiedene Sprachverbände haben sich diesen Traum zu eigen gemacht. Gegenwärtig gibt es jedoch lediglich in Köthen/Anhalt ein solches Haus. Drei Organisationen arbeiten an einem Haus der deutschen Sprache: die Neue Fruchtbringende Gesellschaft (in Köthen), die Stiftung Deutsche Sprache (in Berlin) und das Goethe-Institut (möglicherweise in München).
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[bearbeiten] Häuser in Deutschland
[bearbeiten] Köthen/Anhalt

Im Gegensatz zum Köthener Haus sind die anderen Vorhaben der Verwirklichung noch nicht wesentlich nähergekommen. Das Haus in Köthen/Anhalt wurde am 13. September 2008 (Tag der deutschen Sprache) eröffnet und erhielt zunächst eine Geschäftsstelle, eine Bücherei und ein Archiv. Die Stadt, die „Neue Fruchtbringende Gesellschaft“ (NFG) und die „Theo-Münch-Stiftung für die deutsche Sprache“ (TMS) sind die Träger des Hauses. Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es nicht einmal zwei Jahre. Thomas Paulwitz entwickelte einen Plan für das Haus, den er 2007 auf dem Ersten Köthener Sprachtag vorstellte. Am 19. Januar 2008 unterrichtete der Köthener Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander auf der Jahresfeier der NFG die Öffentlichkeit darüber, daß im Köthener Prinzessinhaus der Anfang des Hauses der deutschen Sprache gemacht wird. Auf dem Zweiten Köthener Sprachtag am 20. und 21. Juni gab dann Uta Seewald-Heeg, die Vorsitzende der NFG, den neuen offiziellen Namen der Einrichtung bekannt: „Fürst-Ludwig-Haus“, benannt nach dem Gründer der Fruchtbringenden Gesellschaft. Der besondere Reiz des Ortes besteht darin, daß der Besucher aus dem Fenster auf das Denkmal Fürst Ludwigs blicken kann, des Gründers der Fruchtbringenden Gesellschaft. Es ist geplant, das Haus Schritt für Schritt zu erweitern.
[bearbeiten] Berlin
Die Stiftung Deutsche Sprache hat sich im Jahr 2008 beim Deutschen Patent- und Markenamt die Bezeichnung „HDS Haus der deutschen Sprache“ als Wort- und Bildmarke eintragen lassen. Sie will damit verhindern, daß sich in einer anderen Stadt ein Haus der deutschen Sprache so bezeichnet. Die Stiftung hat einen umfangreichen Netzauftritt erarbeitet. Planungsbeauftragter ist der ehemalige deutsche Generalkonsul in Königsberg, Cornelius Sommer.
[bearbeiten] München (?)
Das Goethe-Institut steht auf dem Standpunkt, ein Haus der deutschen Sprache müsse frei von Purismus sein. Die damalige Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, plädierte für die Gründung eines Hauses der deutschen Sprache als Ort, an dem sprachpolitische Aktivitäten gebündelt und Begeisterung für Deutsch vermittelt werden können. Sie erklärte am Europäischen Tag der Sprachen 2006: „Wir brauchen einen solchen Ort, der unverstaubt für die deutsche Sprache wirbt, frei von Sprachpurismus, aber mit großem Selbstbewußtsein und Enthusiasmus für die Schönheit und die Wichtigkeit der deutschen Sprache“.[2]
[bearbeiten] Neustrelitz
Ein „Daniel-Sanders-Haus - Haus der deutschen Sprache zu Mecklenburg-Strelitz“ möchte der Leiter des Märcheneums Neustrelitz, Hartwig Richter, einrichten. Es soll eine Dokumentation europäischer Märchen und Sagen und eine Bibliothek enthalten. Vorhanden ist bereits eine Edition von Briefen des Wörterbuchmachers Daniel Sanders.
[bearbeiten] Häuser im Ausland
Als „Haus der deutschen Sprache“ bezeichnen sich im fremdsprachigen Ausland auch Einrichtungen, welche die deutsche Sprache lehren. Dazu gehört zum Beispiel das Haus der deutschen Sprache an der Sprachschule der „Benemérita Universidad Autónoma de Puebla in Mexiko.[3]
[bearbeiten] Literatur und Berichte
- Ute Hartling-Lieblang: Wo die Sprache wohnen soll. Virtuelle Haus-Besichtigung mit Thomas Paulwitz – Referent beim Sprachtag, in: Mitteldeutsche Zeitung, 27. August 2007.
- 3sat: „Haus der deutschen Sprache“ in Köthen geplant, 24. August 2007.
- Thomas Paulwitz: Ein Haus für die deutsche Sprache. Im Herbst wird in Köthen/Anhalt die erste Einrichtung dieser Art eröffnet. In: Deutsche Sprachwelt 32, 2/2008, Seite 1.
[bearbeiten] Nachweise
- ↑ Vergleiche Alexander Cammann: Am Anfang war das Wort, in: Die Welt, 18. Juni 2007.
- ↑ „Sprache ist politisch.“ - Goethe-Institut startet Projekt „Die Macht der Sprache“, Pressemitteilung, 25. September 2006.
- ↑ Haus der deutschen Sprache, Centro de Auto-Acceso y Tecnología de la Escuela de Lenguas de la Benemérita Universidad Autónoma de Puebla
[bearbeiten] Netzverweise
- Hausplan der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft
- www.hausderdeutschensprache.eu Hausplan der Stiftung Deutsche Sprache
- www.hausderdeutschensprache.de, www.hausderdeutschensprache.org Hausplan des Goethe-Instituts (noch keine Inhalte)
