Heinrich von Stephan

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Heinrich von Stephan (* 7. Januar 1831 in Stolp; † 8. April 1897 in Berlin) war Generalpostmeister des Deutschen Reichs. Sein sprachpflegerisches Verdienst ist es, die Sprache des Postwesens von über 700 entbehrlichen Fremdwörtern gereinigt zu haben. Von Stephan wurde das erste Ehrenmitglied des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Er hatte eine außerordentliche geistige Begabung und sprach beispielsweise verhandlungssicher alle europäischen Hauptsprachen.

1874 beauftragte Reichskanzler Otto von Bismarck den Generalpostmeister Heinrich von Stephan, die Postordnung zu überarbeiten, und ermunterte ihn ausdrücklich, die Fremdwörter aus dem Gebrauch der Deutschen Reichspost zu entfernen. Dahinter standen keine sprachpflegerischen Erwägungen, sondern die Einsicht in den Nutzen einer im ganzen Reich einheitlichen und verständlichen Postsprache. Zwei Verordnungen von 1874 und 1875 wiesen die Postbeamten an, 765 deutsche Ersatzwörter zu verwenden. Obwohl die Anordnungen auf den Dienstbereich beschränkt und keine Strafen für die Mißachtung der Vorschriften vorgesehen waren, setzten sich die neuen Bezeichnungen sehr schnell durch und gingen in den allgemeinen Sprachgebrauch über.

[bearbeiten] Beispiele für Verdeutschungen von Stephans

  • postlagernd statt poste restante
  • eingeschrieben statt rekommandiert
  • durch Eilboten statt per expreß
  • Briefumschlag statt Couvert
  • Postkarte statt Correspondenzkarte
  • Rückschein statt Retour-Recepisse
  • Fernsprecher statt Telephon

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